Händewaschen:

allgemeine Vorbemerkungen:

  • Durch das Händewaschen wird keine ausreichende Keimreduktion erreicht und daher ist es kein Ersatz für eine hygienische Händedesinfektion.
  • Das Waschen der Hände sollte auf ein absolut notwendiges Maß beschränkt werden, da es dadurch zum Verlust der schützenden natürlichen Fettschicht auf der Haut kommt. Dadurch wird die Haut trocken und rissig und es kommt zum Brennen während der Händedesinfektion.

Indikationen:

  • Bei Dienstantritt (um Sporen auf den Händen zu reduzieren)
  • Vor dem Essen
  • Nach dem Toilettenbesuch
  • Bei sichtbarer Verschmutzung

Technik:

  • Aufdrehen des Wasserhahns (optimal wäre eine Hebelarmatur für Ellenbogenbedienung)
  • Ausreichend Flüssigseife aus dem Wandspender in die angefeuchtete Hand.
  • Anschließend Aufschäumen und gründliches Waschen von Handflächen, Handrücken, Finger inkl. Daumen und Fingerzwischenräume bis über die Handgelenke für mindestens eine Minute unter fließendem, warmem Wasser.
  • Anschließend die Hände gründlich von distal nach proximal abspülen, um alle noch vorhandenen Seifenreste gründlich zu entfernen.
  • Es ist während des Händewaschens darauf zu achten, dass eine Kontamination der Umgebung durch Herumspritzen vermieden wird.
  • Anschließend gründliches Abtrocknen mit einem Einmal-Handtuch.
  • Abdrehen des Wasserhahnes mit dem gebrauchten Einmal-Handtuch.
  • Abwerfen des Tuches.

Sonderfall “schmutzige, mit Erregern kontaminierte Hände”

Diese Situation sollte durch das Anziehen von Einmalhandschuhen verhindert werden. Wenn diese Regel nicht eingehalten werden kann, ist folgende Vorgangsweise zu empfehlen:

Technik:

  • Hände unter fließendem Wasser ohne Verspritzen von Schmutz sorgfältig abspülen
  • Mit Einmalhandtuch trocknen, das Tuch kontaminationsfrei entsorgen
  • Händedesinfektion
  • Wischdesinfektion des Waschbeckens

Handschuhe, nicht steril:

Indikation:

  • Dient als Schutz vor Kontamination der Hände des Handschuhträgers mit Blut, Stuhl, Harn, Körpersekreten oder sonstigem infektiösen Material.
  • Mit Handschuhen können ebenso wie mit bloßen Händen Krnakheitserreger übertragen werden.

Technik

  • Vor Entnahme der Handschuhe aus der Box und nach Ausziehen der Handschuhe sind immer die Hände zu desinfizieren. (Es besteht immer die Gefahr, dass ein Handschuh perforiert ist und beim Ausziehen besteht die Möglichkeit, dass die Hände kontaminiert werden.)
  • Handschuh sind so lange als notwendig, aber so kurz wie möglich, zu tragen.
  • Handschuhe müssen nach (möglicher) Kontamination gewechselt werden, also zwischen der Versorgung verschiedener Patienten und auch nach bestimmten Tätigkeiten beim selben Patienten.
  • In Ausnahmefälle ist auch die zusätzliche Desinfektion der angezogenen Handschuhe zulässig. Diese ersetzt allerdings nicht die Desinfektion der Hände vor und nach der Verwendung von Handschuhen.
  • Für Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sind extralange und verstärkte Handschuhe aus geeignetem Material (z.B.: Nitrilkautschuk) zu bevorzugen.
  • Es sind prinzipiell immer, wenn möglich, die sogenannte „Non-Touch-Technik“ anzuwenden, d. h. es ist, wann immer möglich, ein direkter Kontakt zu vermeiden unter Verwendung von Pinzette, Klemme oder anderer Instrumente.

Pflege der Hände:

Indikation:

  • Vor Arbeitsbeginn
  • Vor größeren Pausen
  • Nach Arbeitsbeginn

Technik:

  • Verwendung einer schwach sauren, rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Creme.
  • Es soll eine Flasche mit einem Spender verwendet werden.
  • Keine Verwendung eines Gemeinschaftstiegels.
  • Es ist auf die Kompatibilität mit dem verwendeten alkoholischen Händedesinfektionsmittel zu achten.

Katharina Müller-Christian

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