allgemeine Vorbemerkungen

  • Auf unserer Haut befinden sich transiente und residente Mikroorganismen.
  • transient:
  • Bezeichnet Keime, die durch Berührung an den oberflächlichen Strukturen der Haut abgelagert werden und die dort nur einige Zeit überleben können; das wichtigste Vehikel zur Übertragung von transienten Keimen stellen die Hände dar.
  • resident:
  • Bezeichnet Keime, die dauerhaft, die obersten Schichten der Haut und die tieferreichenden Anhangsgebilde wie Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsenausführungsgänge besiedeln.
  • Sowohl transiente als auch residente Keime können sich an der Haut vermehren und sie können durch direkte Berührung oder über Verlust von Hautschuppen an die Umgebung abgegeben werden.
  • Die Keimdichte ist je nach Region verschieden hoch, sehr dicht besiedelt sind die Stirn Haar Grenze, die Schweißrinne auf der Brust und am Rücken, die Achselhöhle und die Leistenbeuge, die Extremitäten sind deutlich weniger dicht besiedelt.
  • Bei intakter Haut sind die darunter liegenden Gewebeschichten vor diesen Mikroorganismen geschützt.
  • Wird die Haut bei Punktionen, Inzisionen, Venflon setzen, etc. beschädigt, dann werden die vorhandenen Keime ins Gewebe unter der Haut eingebracht und sie können dann dort Infektionen verursachen.
  • Aus diesem Grund muss jedem perkutanen Eingriff eine antiseptische Maßnahme vorausgehen.

Substanzen für die Hautantiseptik

  • Für die Antiseptik der Haut sind Mittel der ersten Wahl alkoholische Präparate.
  • Für die Antiseptik der Schleimhäute sind wegen der Schmerzhaftigkeit alkoholische Präparate kontraindiziert. In diesem Fall sind jodhaltige Präparate (cave Jodallergie und Jodstoffwechselstörungen) oder Octenisept®.
  • Bei notwendiger längerer Einwirkzeit als der üblichen Verdunstungszeit von 30 Sekunden sind mehrere Applikationen hintereinander durchzuführen, um die notwendige Gesamteinwirkzeit zu erzielen.

Technik

  • Das betroffene Hautareal des Patienten muss grundsätzlich intakt und optisch sauber sein.
  • Händedesinfektion.
  • Öffnen der steril verpackten Tupfer und Auftragen des Hautantiseptikums.
  • Aseptisches Wischverfahren: In konzentrischen Kreisen von innen nach außen wischen. Bei jeder neuerlichen Applikation Verwendung eines frischen Tupfers.

Katharina Müller-Christian

Leave a Reply